‘Wie, sie gehen…?’

September 26, 2008

es war wieder 6.50 uhr und ich stand wieder da und wartete.

es war dunkel aber im licht der straßenlaternen konnte man die bunten blätter erkennen, es war herbst und das neue war garnichtmehr so ‘neu’.

mit voller freude auf das was kommen mochte stieg ich in den überfüllten bus, doch erst als die zugtüren im zug zuknallten fing für mich der arbeitstag an, wie immer.

doch heute mal nicht. schule war angesagt und als ich in mein klassenzimmer spazierte noch völlig in gedanken, grinste man mich erwartungsvoll an

na, erzähl!

ja, hallo erstmal…

hey, und jetzt erzähl… wie wars so ,gestern?

ach gott… die frau verwirrt mich….

ich begann zu erzählen und wurde immer wieder durch ein freundliches und freudiges ‘hallo’ unterbrochen.

der raum begann sich zu füllen und mit ihm auch meine freude an all dem.

es waren zwar nur 3 stunden doch wie immer waren diese 3 stunden entspannung und freude zugleich.

wir gehen jetzt noch einen kaffee trinken, hab ja schließlich noch eine halbe stunde!

und da saßen wir zu 3. und waren uns in allen punkten einig.

es war schön.

raus aus der entspannung rein in die arbeit.

ein stapel ordner und papiere lag auf meinem tisch, alle waren da, wie immer.

und nach dem tatendrang kam die pause, wie immer, gut.

zurück und vor meinem stapel sitzend begann ich wieder mit der arbeit, man unterhielt sich und man lachte denn er machte witze, wie immer.

als ich meinen mantel holte und mich aufmachen wollte erzählte er von seinem traum und, dass dieser bald in erfüllung geht.

ach, das wird da unten toll sein.

wie, sie gehen?

ja, ich gehe am 30.12

wohin, wenn ich fragen darf?

weit, weit weg.

er lässt das hier alles hinter sich

und ein weiterer mensch verschwindet von hier und alles wird nichtmehr ‘wie immer’ sein sondern anders.

es wird ruhig werden und das gelächter wird verstummen.

und nichts ist mehr ‘wie immer’.

herr sommer geht im winter.

Freitag

September 20, 2008

mein tag war wundervoll.

mittendrin im gelächter denke ich an früher.

hatte ich damals soviel spaß wie jetzt?

nein. ich saß da und hörte zu der ernst überkam uns und alles war angespannt.

und jetzt?

wir sitzen hier verstehen uns alle wahnsinnig gut und sind ein eingespieltes team und das erst seit 2 wochen.

die sonne strahlt mir ins gesicht und zufriedenheit uberkommt mich.

strahlend geh ich in den grauen bau und fange an kontoauszüge zu bearbeiten nebenher wird über alte filme gesprochen.

‘aber titanic muss man auch gesehn haben’

‘ja, genauso wie dieser film mit der julia roberts… wie hieß der nochmal?’

‘pretty woman’

‘ja! genau preddy womän!’

und nach 3 stunden war auch das vorbei.

ich ging meinen weg, den weg den ich nun jeden montag, dienstag, mittwoch, donnerstag und freitag ging nur diesesmal mit einem lächeln auf den lippen.

dort stand ich also und wartete und während ich nachdachte kreuzte mir etwas den weg.

ich wollte es sofort berichten, wie früher doch dann dachte ich nach

lohnt es sich überhaupt noch?

nein. es lohnte sich nicht. also musste ich es auch nicht berichten

und ich merkte, dass andere zeiten anbrechen

und dinge nichtmehr eine so große rolle spielten wie sie es mal taten.

september

September 6, 2008

bist du denn schon aufgeregt?

nein.

das war gelogen denn in mir brodelte es.

ich stieg aus und ging den weg in richtung eingang.

mit einem verkrampften lächeln betrat ich den raum, ich schien wohl die letzte zu sein.

an meinem jackett hing mein namesschild.

ich blickte in die runde, mit diesen menschen werde ich es also in den nächsten 3 jahren zu tun haben…

nachdem sich alle einen handschlag gaben war die stimmung weniger angespannt. trotzdem merkte man noch ein gewisses schweigen und ein geschauspielertes lächeln.

keinem war richtig klar was ihn/ sie nun erwartet.

man hat es zwar in einem buch gelesen doch die realität sieht immer ein wenig anders aus.

die zeit die früher immer da war verschwand auf einen schlag.

sie werden merken, dass es in der anfangsphase immer sehr schwierig und anstrengend ist.

doch ich war mir sicher, dass ich das auch meistern kann.

aber schon am ersten tag bemerkte ich, dass alles nichtmehr so einfach ist.

ich kam müde und schlapp nach hause, legte mich in mein bett und wollte von niemanden mehr etwas hören oder sehen.

doch die neugierde siegte und so warf ich meine ‘nicht hören & nichts sehen’ vorsätze über bord.

am nächsten tag saß ich wieder an meinem platz, um mich herum 19 andere. doch jemand stach heraus, ich brachte ihn mit meiner vergangenheit in verbindung.

jedesmal wenn er lachte hatte er grübchen. wenn er nachdachte erinnerte er mich stark an mein damaliges gegenüber und seine neugierde glich die eines kleinen kindes .

man sieht sich immer 2 mal im leben…

doch diesesmal war er nicht er.

er sah zwar aus wie er doch er verhielt sich anders.

statt zu schauspielern war er, er selbst .

es ist doch immer wieder erstaunlich wie neue lebensabschnitte veränderungen mit sich bringen.

jedesmal wenn ich ihm von meinem tag erzähle und ihm dinge erkläre strahlt er richtig und erzählt mir seine erfahrungen.

früher konnten wir kaum etwas miteinander anfangen doch jetzt sind wir vor euphorie und begeisterung nichtmehr zu bremsen.

gestern abend kam er in mein zimmer und setzte sich zu mir. gemeinsam schauten wir forrest gump und als der film zuende war begann ich von meinem tag zu berichten. er hörte aufmerksam zu und war erstaunt und beeindruckt.

ich bin stolz auf dich!

das sagte er nicht oft. aber jetzt. und das erfüllte mich mich freude und stolz.

sie kam hinzu und blickte uns beide an.

das letzte mal saßt ihr so zusammen da warst du noch klein und er las dir etwas vor.

ich bin stolz, froh und gespannt.

und ich freue mich viel mehr über lieb gemeinte worte als über materielle dinge. doch das lernt man immer erst später.